Hanwerker

Aus der Geschichte des Handwerker- und Gewerbevereins

Die Anfänge des Handwerkersvereins Mellau liegen im Dunkeln. Zwar berichtet die Pfarrchronik, dass bis zum Jahre 1868 in Mellau – wie in den meisten anderen Gemeinden des Hinterwaldes - eine Handwerkerzunft bestanden habe, der durch die Einführung der neuen Gewerbeordnung der Todesstoß versetzt worden sei. Unterlagen dazu sind jedoch keine vorhanden. So sind wir auf die Angaben in der Pfarrchronik angewiesen, in der weiters berichtet wird, dass die Zunft jeweils am Montag nach Dreikönig den Zunfttag gefeiert habe. Diesen habe man mit einem gestifteten Jahrtagsgottesdienst begonnen, nachmittags sei dann Tanz bis zum Ave Maria Läuten gewesen. Der Überlieferung zufolge soll jedes Mal der Mesmer bestochen worden sein, damit er später läute als gewöhnlich. In ihrem Aufsatz über den Handwerker- und Gewerbeverein in „Mellau – Monographie einer Bregenzerwälder Gemeinde“ schreiben Jakob Simma und Markus Nachbaur, dass eine Zunfttruhe aus dem Jahre 1873 vorhanden sei, die dazu gehörenden Schriften aber vermutlich 1870 beim großen Dorfbrand ein Raub der Flammen geworden seien. 1966 steht im Protokollbuch des Handwerkervereins, dass anlässlich des Ablebens des Ehrenobmanns Leopold Felder die Zunfttruhe mit einigen Schriftstücken wieder aufgetaucht sei. Nachforschungen zum Verbleib der Zunftlade in jüngster Zeit blieben jedoch erfolglos.

Als Folge der neuen Gewerbeordnung wurde von den Behörden die Gründung von Gewerbegenossenschaften empfohlen. Ein Protokoll aus dem Jahre 1870 enthält die Auflage und Einschreibgebühren in der Höhe zwischen 12 fl und 39 fl.

Die Gründung des heutigen Handwerker- und Gewerbevereins erfolgte in der Gründungsversammlung vom 8. Dezember 1927. Die ersten Agenden des jungen Vereins bestanden in der Organisation des Zunfttages und der Anschaffung von Vereinsabzeichen. Bei den Wahlen am 12. Jänner 1931wurde August Fetz, Schneidermeister, als Obmann wieder gewählt. Am Zunfttag 1932 beschloss der Verein, Schlossermeister Josef Anton Sutter zum ersten Ehrenmitglied zu ernennen. 1934 wurde Leopold Felder zum Obmann gewählt. In der Zunftversammlung sollte auch geklärt werden, ob der Zunftschild dem Handwerkerverein oder der Kollektivgenossenschaft gehöre, was wiederum darauf schließen lässt, dass es schon vor 1868 in Mellau eine Zunft gegeben hat. Von 1940 bis 1948 gab es keinen Zunfttag, erst 1949 wurde wieder einer abgehalten. Am 17. Mai 1953 wurde die neue Fahne des Vereins geweiht, Fahnenpatin war Alice Lotteraner, Fähnrich Felix Kündig.

Am 11.01.1954 fand der Zunfttag trotz starken Schneetreibens statt, das geplante gemeinsame Mittagessen fiel ins Wasser, da gegen 13 Uhr die Schreckensmeldungen von Lawinenabgängen eintrafen. Daraufhin eilten alle, die in der Lage waren, Hilfe zu leisten, den Verschütteten zu Hilfe. Die Versammlung hatte zuvor Jakob Simma, jun., zum neuen Obmann gewählt, Leopold Felder wurde zum Ehrenobmann ernannt. 1963 wurde in der Zunftversammlung beschlossen, alle Mitglieder, wenn sie Pension gehen, zu Ehrenmitgliedern zu ernennen. 1968 entschloss sich der Verein, ein Vereinsbuch anzulegen, in dem festgehalten werden sollte, was sich im Handwerkerverein zugetragen habe. Ein Nachforschen im Jahr 1972 ergab, dass sich nichts Wesentliches in dieser Sache getan habe. Am Zunfttag 1984 wurde Jakob Simma für 30 Jahre Obmannschaft geehrt und zugleich in der anschließenden Wahl wieder gewählt. Er übte die Funktion des Obmanns bis zum Lädolar 1992 aus. In der damaligen Generalversammlung am 13. Jänner 1992 wurde Helmut Broger zum neuen Obmann des Handerwerker- und Gewerbevereins Mellau gewählt, der scheidende Obmann Jakob Simma wurde einstimmig zum Ehrenmitglied ernannt. Ein erneuter Wechsel an der Spitze des Vereins erfolgte im Jahr 2000, als Anton Wüstner, Seilermeister, den Verein übernahm und ihn bis zum Jahre 2012 führte. Seitdem ist Xaver Natter Obmann des Vereins.

Alte Sitzungsprotokolle